Blick nach vorne und zurück
- OHA Osthang
- vor 10 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Die vergangenen Wochen waren für uns sehr emotional. Es ist viel passiert, und wir mussten – gemeinsam mit vielen anderen – erleben, wie ein Ort, der uns sehr am Herzen liegt, verloren gegangen ist. Auch wenn wir wussten, dass es dazu kommen würde, macht das den Verlust nicht weniger schmerzhaft.
Seit zehn Jahren haben Menschen den Osthang mit Leben gefüllt: mit Kultur, Begegnungen und dem immer wieder neuen Nachdenken darüber, wie wir zusammenleben wollen und was freie Kultur zu unserer Stadt beitragen kann. Nicht nur wir, sondern auch unsere Gäste haben gezeigt, wie wichtig dieser Ort im Besonderen – und Orte dieser Art im Allgemeinen – sind. Wir danken euch allen für diese gemeinsame Zeit.
Wir als OHA e. V. haben uns stets von parteipolitischen Interessen abgegrenzt. In letzter Zeit wurde jedoch vermehrt versucht, uns für fremde Anliegen zu instrumentalisieren. Auch wenn wir uns für einen neuen Ort entschieden haben, behalten wir uns das Recht vor, klar zum Ausdruck zu bringen, dass wir keinen Gewinn im Informationszentrum am Osthang sehen, sondern nur einen schweren Verlust auf sozialer, kultureller und ökologischer Ebene. Gleichzeitig haben wir die Eigentumsverhältnisse respektiert und uns an die Absprachen mit der Stadt gehalten: Wir haben keine Veranstaltungen mehr am Osthang durchgeführt und uns auch nicht an der Besetzung beteiligt. Diese erfolgte durch andere Akteur*innen, deren Anliegen wir gut nachvollziehen können – auch wenn wir nicht hinter jeder durchgeführten Aktion stehen.
Wir danken „Osthang bleibt!“ und allen Menschen, die sich mit friedlichen Aktionen engagiert und bis zuletzt für diesen Ort eingesetzt haben. Für uns war der Osthang immer auch ein Ort des Friedens, des Miteinanders und eines ideenreichen, respektvollen Austauschs.
Umso erschütternder war es für uns, die schrecklichen Berichte über gewaltvolle Übergriffe und traumatische Erfahrungen zu lesen, die im Zusammenhang mit der Auflösung der Besetzung geschildert wurden. Für uns als OHA e.V. ist das unerträglich und macht uns sprachlos. Denn eines steht fest: So etwas darf keinem Menschen passieren! Eine Polizei, die für alle Bürger*innen da sein soll, muss solche Vorwürfe extern, unabhängig und absolut transparent prüfen lassen, damit daraus öffentlich nachvollziehbare Konsequenzen gezogen werden können. Nur so kann Vertrauen entstehen. Allen betroffenen Personen wünschen wir viel Kraft und eine gute körperliche wie psychische Heilung.
Wie geht es nun weiter mit dem OHA e.V.?
Wir haben nach wie vor den Plan, weiterhin Kultur zu machen. Wir geben nicht auf, unseren Beitrag zu einer offenen, lebendigen Stadtkultur zu leisten. Hierfür konzentrieren wir seit über einem Jahr unsere Kraft auf das Projekt OHA West. Wir freuen uns auf die Zukunft – und noch mehr auf euch als Gäste. Und wer Lust hat, ist natürlich auch eingeladen mit anzupacken: Viele helfende Hände können wir definitiv gebrauchen.
Danke an alle Unterstützer*innen aus Politik, Hochschule, der Stadt und dem privaten Umfeld, die uns bereits jetzt bei der Umsetzung unserer Vision helfen. Denn eines steht fest: Unsere Geschichte soll nicht mit Gewalt enden.
Wir sehen uns bald wieder 🙂






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